Der Dachboden – ein Raum voller Geschichten, Erinnerungen und Geheimnisse. Dunkel, verstaubt und oft vergessen, doch stets durchdrungen von einer seltsamen Magie, die in uns Neugier und vielleicht auch ein wenig Furcht weckt. Dachböden bergen Spuren der Vergangenheit, flüstern Geschichten, die zwischen Staub und Dunkelheit verweilen. Ein Raum der Transformation, in dem Dinge aus dem Blickfeld verschwinden oder eine neue Bedeutung erlangen. In der Literatur dient der Dachboden seit jeher als Schauplatz geheimnisvoller Enthüllungen als Ort, der das Sichtbare mit dem Verborgenen verbindet. So stehen Dachböden für die versteckten Kapitel in Familiengeschichten – der vergessene Koffer, die alten Briefe, die geheimen Tagebücher. In Literatur und Kunst sind sie Rückzugsorte, manchmal Zufluchtsstätten – man denke an Anne Frank, deren bewegendes Tagebuch ein Dachgeschoss weltberühmt machte, oder an die Figuren in Romanen von Virginia Woolf und Charlotte Brontë, deren Dachkammern zum Symbol innerer Konflikte und verborgener Identitäten wurden. Gleichzeitig sind Dachböden Orte der Fantasie und Kreativität: Sie laden ein, der Dunkelheit mit Licht zu begegnen, Vergangenes neu zu sehen und das Unheimliche künstlerisch zu erforschen.
Die Ausstellung „Whispers in the Attic“ greift diese Themen auf und versammelt sieben Künstlerinnen und Künstler, die mit den unterschiedlichsten Medien arbeiten und das Thema auf ganz unterschiedliche Weise interpretieren – sei es durch Installation, Skulptur, Malerei oder Objekte. Die Ambivalenz des Dachbodens als Ort zwischen Traum und Albtraum, Erinnerung und Vergessen, Verdrängung und Entdeckung wird somit von verschiedenen Seiten erforscht. Der Dachboden wird dabei nicht nur zum physischen, sondern auch zum metaphorischen Raum: Er steht für das Unbewusste und das Verborgene in uns selbst, welches wir oft nur zögerlich betreten.
Maria Ceppis Werkgruppe «Objets Cultes» beinhaltet kleinere Skulpturen, in welchen die Künstlerin Alltagsgegenstände miteinander verschmelzen lässt und so nostalgisch an vergangene Existenzen und absente Geschichten erinnert. Mit ihren kinematografischen Skulpturen, welche zwischen Gegenwart und Dystopie pendeln, schaffen das Künstlerduo Glaser/ Kunz verblüffende Illusionen und unerwartete Begegnungen und hinterfragen damit die Verlässlichkeit unserer Wahrnehmung. Sie thematisieren damit die Vielschichtigkeit des Erinnerns und lenken den Blick auf das Verborgene und Unausgesprochene. Christoph Heftis Ausgangspunkt sind textile Naturwelten, welche von undefinierbaren Fabelwesen, die Geschichten erzählen und dennoch ihre Geheimnisse bewahren, besiedelt werden. In seinen Keramikarbeiten, welche gleichzeitig als Lampen funktionieren, formt er skurrile Kreaturen zu leuchtenden Hausgeistern. In Augustin Rebetez Universum, welches Videos, Bilder, Zeichnung und Skulpturen umfasst, dominieren bizarre, düstere und monsterähnliche Figuren in überbordenden Szenerien, in denen Traum und Realität ineinanderfliessen. Mit Gespür für das Surreale und Spielerische überführt Tanja Roscic verschiedenste gefundene Materialien in eine andere Dimension und beleuchtet die in ihren Massstab verschobenen Objekte in Erinnerungen an Märchen wie «Through the Looking-Glass» von Lewis Carroll. Die poetischen Überhöhungen vertrauter Dinge erzeugen eine Verschiebung der Perspektive und ermöglichen den Eintritt in andere, uns verborgene Welten. Loredana Sperinis Keramikskulpturen, Wachsreliefs und textilen Objekte sind von poetischer Fragilität geprägt und bewegen sich souverän zwischen Abstraktion und Figuration. Der menschliche Körper, oft entrückt, fragmentiert oder verfremdet, wird als Träger von Erinnerung und Trauma thematisiert und oszilliert zwischen Verletzlichkeit und Stärke sowie Zerfall und Bewahrung.
Mit «Whispers in the Attic« verwandelt sich der Dachboden in einen Ort des künstlerischen Dialogs zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Intimität und Abwesenheit, Licht und Schatten. Eine Ausstellung, die das Flüstern der Dinge hörbar macht. Mit Maria Ceppi, Glaser/ Kunz, Christoph Hefti, Augustin Rebetez, Tanja Roscic und Loredana Sperini
Vernissage Dienstag 20. Mai 2025, 18 – 21 Uhr
Estrich 401, Hottingerstrasse 10, 8032 Zürich (Zugang nur über Treppe möglich)
An folgenden Tagen ist die Ausstellung ohne Voranmeldung zu besichtigen:
Freitag, 23. Mai 14 – 18 Uhr; Samstag 24. Mai, 14 – 17 Uhr; Freitag, 6. Juni 14 – 18 Uhr; Sonntag, 15. Juni 11 – 14 Uhr; Freitag, 20. Juni 14 – 18 Uhr; Samstag, 21. Juni, 14 – 17 Uhr
Besichtigung nach Vereinbarung
Frédérique Hutter 079 660 34 10 I Bettina Meier-Bickel 076 376 05 02
Führungen
Dienstag, 27. Mai
Mittwoch, 4. Juni
jeweils um 18.30 Uhr, Türöffnung ab 18 Uhr
Finissage, Dienstag 24. Juni 17 – 20 Uhr
Mit Michael Bodenmann, Florian Bühler, Gina Fischli, Patrick Graf, Fabienne Hess, Nici Jost, Lutz & Guggisberg, David Renggli, Niklaus Rüegg, DS Son und Martina von Meyenburg.
Vernissage: Freitag, 17. Mai, ab 18 Uhr bei Mr. Green, Predigerplatz 2, 8001 Zürich
Öffnungszeiten: Donnerstags und Freitags, 14 bis 19 Uhr, Samstags 11 bis 17 Uhr. Pfingstsonntag und Pfingstmontag 19. und 20. Mai, 14 bis 17 Uhr.
Während des Zurich Art Weekends ist die Ausstellung nur auf Vereinbarung geöffnet.
Führungen: Am Dienstag 28. Mai sowie am Dienstag 18. Juni findet jeweils um 18.30 Uhr eine Führung durch die Ausstellung statt.
«Artspotting» ist die erste geolokalisierte Game-App, die mittels Audio-, Bilder-, Text- und Quizfunktionen sowie kreativen Eigenleistungen Kunst im öffentlichen Raum der Stadt Zürich vermittelt. Das für Smartphones konzipierte und entwickelte digitale Vermittlungstool, das sich als ein «serious game» versteht, erleichtert Jugendlichen den Einstieg in die analoge Erfahrung von Kunst im Stadtraum auf eine neue, unterhaltsame Art, die digitale Elemente integriert. Die Game-App vermittelt durch spielbasiertes Lernen (game-based learning) die Kunstwerke und ihre Entstehung sowie Hintergründe, historische Ereignisse und architektonische Besonderheiten des städtischen Kontexts.
Das Projekt startet als Pilot in Zürich und ist seit November 2023 gratis in den App Stores erhältlich.
Ein Kunstvermittlungsprojekt initiiert und realisiert von Karin Frei Rappenecker und Bettina Meier-Bickel.
Presseartikel:
Das Ideale Heim – January 2024.pdf
Kulturtipp Nr 3 2024, Mit der Taube ins Kunstabenteuer
Eine Dauerausstellung in Kooperation mit der Kunstsammlung der Stadt Zürich kuratiert von Bettina Meier-Bickel.
Mit ausgewählten Exponaten der Kunstsammlung der Stadt Zürich werden die unterschiedlichsten historischen Räumlichkeiten im Karl der Grosse, einem Debattierhaus der Stadt Zürich, neu inszeniert. Die Auswahl der 13 Künstlerinnen nimmt Bezug auf die spannende und bewegte Geschichte des Hauses, welche eng mit der Entwicklung des Frauenvereins verknüpft ist.
Arbeiten in allen möglichen Medien – Malerei, Skulptur, Zeichnung, Fotografie und Video – zu verschiedenen Thematiken werden im Bistro und in den Räumlichkeiten des Hauses präsentiert. Identität, Individualität, Vergänglichkeit, Körperlichkeit und das Hinterfragen von Realitäten werden auf unterschiedlichste Weise angegangen.
Mit Werken von Delphine Chapuis Schmitz, Barbara Davatz, Clare Goodwin, Daniela Keiser, Zilla Leutenegger, Verena Loewensberg, Manon, Pipilotti Rist, Katja Schenker, Shirana Shahbazi, Loredana Sperini, Milva Stutz und Annelies Štrba.
Für Führungen durch die Ausstellung melden Sie sich bitte hier.
Presseartikel:
Die Kunstsammlung der Genossenschaft Migros Aare, die in verschiedenen und unterschiedlich intensiven Etappen seit Ende der 1960er-Jahre aufgebaut wurde, wurde nach der 2019 beschlossenen Neuausrichtung „Fokus“ neu definiert. Für zahlreiche Werke aus dem Archiv wurden neue Ausstellungsorte gesucht und gefunden. Diverse Schenkungen an Museen (u.a. Aargauer Kunsthaus, Kunstmuseum Bern, Museum Haus Kontstruktiv), städtische sowie kantonale Sammlungen, Nachlasse, medizinische Einrichtungen sowie Neuplatzierungen an den Klubschulstandorten und den verschiedenen Filialen ermöglichen, dass die Werke für die Bevölkerung vermehrt zugänglich sind.
Expertise der gesamten Kunstsammlung (über 600 Werke), Konzept und Umsetzung der Neuausrichtung 2021 – 2023
Auf einem ehemaligen Fabrikareal in Horgen entsteht ein aussergewöhnliches Wohnungsprojekt mit einer Kunst am Bau Intervention im Gartenbereich. Die Architektur, konzipiert von Kaspar Partner Architekten fungiert als Hommage an das frühere industrielle Produktionsgebäude. Das Gartenkonzept mit naturbelassener Bepflanzung und Wegführung wird von Guido Hager Landschaftsarchitektur erstellt.
Das Kunst am Bau Projekt steht in Einklang mit dem Gartenkonzept sowie der Architektur der Gebäude und setzt dem Areal visuell einen einzigartigen Stempel auf, der zur Identifikation und zur qualitativen Aufwertung des Areals beiträgt.
Gewinner des Wettbewerbes: Julian Charrière
Realisation: 2022
Kuratorische Beratung und Leitung: Bettina Meier-Bickel
Auf dem Areal Letzibach D in Zürich-Altstetten soll eine Überbauung mit Wohnungen, Kindergarten und Gewerbenutzung entstehen. Drei Bauträger planen auf dem Grundstück entlang des SBB Gleises eine kommunale Wohnsiedlung (Liegenschaften Stadt Zürich), eine Siedlung der Stiftung Alterswohnungen der Stadt Zürich (SAW) sowie eine Überbauung der Stiftung Wohnungen für kinderreiche Familien (SWkF) zu realisieren. Es werden drei eigenständig zu bewirtschaftende Baukörper unter einem Dach geschaffen, die zwar eine Einheit bilden, in denen aber – ausser im Aussenraum – keine Durchmischung der drei Bauträger stattfindet.
Um ein Kunst am Bau Projekt für die Wohnsiedlung zu realisieren, wurde ein Studienauftrag auf Einladung ausgeschrieben.
Kuratorische Begleitung: Bettina Meier-Bickel
Gewinner des Wettbewerbs: Pawel Althamer
Realisation: 2021 – 2025
Ein Verein gegründet im November 2019 von den beiden Kunsthistorikerinnen Karin Frei Rappenecker (www.art-agency.ch) und Bettina Meier-Bickel zusammen mit der Historikerin Brigitte Ulmer .
Zweck des Vereins ist die Förderung des Zugangs zu Kunst für alle Bevölkerungsschichten, sei es im institutionellen Kontext, zu privaten Kunststiftungen, im öffentlichen Raum oder in räumlichen Umgebungen, wo Kunst normalerweise keine oder eine untergeordnete Rolle spielt. Der Verein entwickelt Projekte, welche den Zugang und die Vermittlung von Kunst fördern, und er führt Forschungsprojekte durch, die den Zugang und die Wirkung des Kunstangebots in verschiedenen sozialen, ökonomischen und geografischen Kontexten untersuchen.
Gesprächsrunde mit fünf unterschiedlichsten Sammlerinnen und Sammler anlässlich der „Kunst: Szene Zürich 2018″
28. November 2018, Kunsthalle Zürich
Konzept und Moderation, Bettina Meier-Bickel
Ein Kunstprojekt im öffentlichen Raum kuratiert von Christoph Doswald.
Organisation von der Arbeitsgruppe Kunst im öffentlichen Raum (AG KiöR) und dem Tiefbauamt der Stadt Zürich.
Betreuung des Projekts des Schweizer Künstlers Luc Mattenberger (Pick Up, 2015).
13.6.-13.9. 2015
Temporäres Ausstellungsprojekt von Zürcher Galerien und Offspaces.
Betreuung des Projektes des Österreichischen Künstlers Constantin Luser.
Skulpturen Triennale in Bex, 2014
Kuratiert von Noémie Enz & Jessica Schupbach
Betreuung der Skulpturen Projekte von den Schweizer Künstlern Luc Mattenberger und Guillauem Pilet.
Präsentation des Werkes des verstorbenen Schweizer Künstlers Klaus Lutz.